Nach dem kleinen Part im Newsletter dachte ich mir, es wäre an der Zeit noch tiefer in das Thema zu beleuchten. Es geht hierbei nicht um einen Step-by-step Guide zum Update, sondern um den Punkt warum ich damit jetzt endlich starten sollte.
Vor etwas mehr als 3 Jahren und 3 Monaten wurde vSphere 8 released. Bei einer Laufzeit von 5 Jahren zwischen GA und EOGS sind rund 65% der Laufzeit bereits rum und bis zum EOGS sind es noch knapp 35% der gesamten Laufzeit .. oder anders und verständlicher gesagt, wir haben noch knapp 1 Jahr und 9 Monate. Und da das „Upgrade“ von 8 auf 9 ein ganz anderes ist, als das was die meisten VMware Admins bisher gemacht hatten wenn es um ein Upgrade ging, sollte das Thema bei keinem mehr vor sicher hergeschoben werden.

Upgrade von 8 auf 9
Einfach nur von einem Upgrade zu sprechen, wie es in der Vergangenheit war ist es dieses Mal definitiv nicht. Für viele ist es vielleicht vergleichbar mit dem EOL vom C# Client – alles neue ist erstmal doof. Denn einfach nur ein vCenter upgraden und danach die Hosts ist diesmal nicht genug. VVF oder VCF – die erste große Frage. Der Wunsch von VMware (ist meiner persönlichen Meinung) ganz klar VCF. Und VCF ist mehr als nur einfach ein bisschen Virtualisierung – viel mehr als nur „ich habe da meinen Hypervisor“. Es ist der komplette Stack um deine eigene „kleine“ private Cloud zu errichten. Das konzept von Management Domain und Workload Domain ist nichts neues. Die meisten haben das doch sowieso schon so gelebt und ihr Design entspricht dem gleichen wie es mittels VCF designed und aufgebaut wird. Auch vSAN ist bei den meisten z.B. anteilig schon irgendwo im einsazt bzw getestet worden. NSX ist da noch etwas seltener und die Aria Produkte haben die meisten zumindestens mit Operations auch schon im Einsatz. Und hier ist der neue Kern vom VCF. Operations! Nichts geht mehr ohne Operations. Lizenzierung? Operations! Images? Operations! Lifecycle? Operation! und so gehts weiter. Operations ist der Kern – das Herz von VCF. Ohne geht es nicht und das ist ja auch eigentlich gut so. Denn ohne Monitoring gehts doch sowieso nicht.
Und wenn wir das Thema Lizensierung mal positiv sehen wollen – es ist ja sowieso mit dabei – warum denn nicht auch nutzen? Auch wenn ich es jetzt ja sowieso muss. Also fassen wir zusammen – Einfach Upgraden von den Komponenten ist nicht mehr. Zu erst nehmen wir uns den VCF Installer und deployen hiermit unter anderem den Operations, die 1. Management Umgebung und die Komponenten die ich sonst noch gerne möchte – aber fast alle nicht mehr requiered sind – wie es noch bei VCF 5.x der Fall war. Und da ich alles bis Ende 2027 auf „9“ haben muss, ist der Umfang viel größer als bisher.
Kompatibilität
Nicht nur das Upgrade an sich kostet Zeit, wie auch bei allen anderen Upgrade der Vergangenheit ist es die gesamte Vorbereitung. Es muss die Kompatibilität geprüft werden. Ist alles was ich aktuell für die VCF Umgebung nutzen möchte eigentlich auch Zertifiziert für 9? Ein „kurzer“ Blick in den Compability Guide reicht meist nicht und das Thema frist viele Stunden bis hin zu Tagen.
Denn ganz ehrlich – Hand aufs Herz: Bei einem reinen vSphere-Update waren wir oft gnädig. Wenn die CPU noch halbwegs supportet war, lief das schon. Bei VCF (insbesondere VCF 9) weht ein anderer Wind. Da wir hier über einen vollintegrierten Stack sprechen, sind die Anforderungen an die Hardware strikter.
- Netzwerk: Haben deine NICs die passenden Firmware-Stände für NSX Offloading? Reichen die Uplinks für die Trennung von Overlay-, Management- und Storage-Traffic, wie es das VCF-Design vorsieht?
- vSAN Ready Nodes: Da vSAN (vor allem ESA) eine zentralere Rolle spielt, reicht „irgendeine SSD“ nicht mehr. Ist deine aktuelle Hardware auf der HCL für die neue vSAN-Version?
- Ressourcenhunger der Management Domain: Wir reden hier nicht mehr von einer kleinen vCenter-Appliance. Eine volle Management Domain mit NSX Managern, Aria Operations, SDDC Manager etc. braucht ordentlich RAM und CPU. Hast du auf deinen aktuellen Hosts überhaupt Platz, um diese Komponenten zusätzlich hochzufahren, bevor du migrierst? Oder brauchst du vielleicht Swing-Hardware? Das muss budgetiert werden – und Hardware-Lieferzeiten sind auch nicht immer von heute auf morgen.
Welchen Weg gehe ich – und wie?
Früher war es einfach: Host in Wartungsmodus, Update, Reboot, fertig. Jetzt stellen wir uns die Frage: Wie komme ich von meiner „Legacy vSphere“ in die VCF-Welt?
- Greenfield vs. Brownfield: Kann ich meine bestehenden Cluster einfach „importieren“? Oft geht das nur, wenn das Netzwerk (VDS Konfiguration) und der Storage schon exakt so sind, wie VCF das erwartet.
- Aufräumen: VCF mag keine „kreativen Bastellösungen“. Historisch gewachsene Portgroups, manuelle VIBs oder wilde Storage-Konstrukte sind Gift für den Import. Das bedeutet: Bevor du auch nur an das Installieren denkst, musst du deine aktuelle Umgebung standardisieren und aufräumen. Das dauert oft länger als das Update selbst.
Team Education
Technik ist das eine, aber wer bedient das Raumschiff am Ende? Viele vSphere-Admins sind fit in ESXi und vCenter. Aber wie sieht es mit NSX aus? In der VCF-Welt ist NSX der Standard für das Netzwerk. Wenn dein Team bisher um SDN einen Bogen gemacht hat, hast du jetzt eine Lernkurve vor der Brust, die du nicht unterschätzen darfst. Gleiches gilt für Aria Operations. Wenn das Tool jetzt für das Lizenz-Reporting und Capacity Planning verpflichtend ist, muss das Team wissen, wie man Dashboards liest und interpretiert. Schulung und Einarbeitung gehören also zwingend mit auf den Zeitplan – und zwar bevor die Hütte brennt.
Neben unzähligen VMUG Webinaren, den Recordings der Explore – und vielen VCF Webinaren von VMware direkt – gibt es hier auch wunderbare VCF Experience Days – sprich dazu einfach mit deinem VMware Kontakt und besuche einen der kommenden VCF Experience Days um sich das ganze Live anzuschauen.
Und wer schon erste Schritte vor dem Experience Day sammeln möchte kann das gerne mit einem Holodeck oder den VCF9 HandsOn Labs machen.
externe Abhängigkeiten / 3rd Party
Party wäre schön 😉 aber bei 3rd Party ist dann meistens doch etwas anstrengender.
- Backup: Kann dein Veeam/Commvault/Cohesity schon VCF 9 ? Sichern die auch die neuen Komponenten (SDDC Manager) sauber weg?
- Automation: Hast du Terraform-Skripte oder Ansible-Playbooks? Die API-Endpunkte ändern sich vielleicht oder du musst jetzt gegen den VCF-API-Endpunkt sprechen statt direkt gegen das vCenter. Das bedeutet Refactoring deiner Automatisierung.
Fazit: Jetzt anfangen, nicht erst 2026 Warum also der Stress, wenn wir noch fast zwei Jahre haben? Weil die oben genannten Punkte keine „Wochenend-Projekte“ sind. Budget für Hardware, Schulungen für Mitarbeiter und das Bereinigen der Altlasten brauchen Vorlaufzeit. Wer jetzt anfängt, die Strategie zu entwickeln (Greenfield vs. Brownfield) und die Hardware zu checken, kann den Umstieg entspannt als Projekt fahren. Wer wartet, bis der Support ausläuft, wird eine hektische und teure Migration erleben.
Also: Checkt eure HCLs, schaut euch NSX an und fangt an zu planen. Die Uhr tickt, aber noch haben wir es selbst in der Hand.
Usefull links:
VMware Cloud Foundation 9.0 – Customer Journey Map – Build – Install a New VMware Cloud Foundation Deployment

Comprehensive VCF 9 Upgrade Paths Overview

Planning a Successful VMware Cloud Foundation 9.0 Deployment

Planning and Preparation Workbook

VMware Cloud Foundation Architecture Poster

